Kontonummer aus IBAN herauslesen — so funktioniert die Rückrechnung
Wo steht die Kontonummer in einer deutschen IBAN?
Die deutsche IBAN ist exakt 22 Zeichen lang und folgt dem festen Schema DE + 2 Prüfziffern + 8 Stellen BLZ + 10 Stellen Kontonummer. Damit ist die Rückrechnung trivial: Sie zählen ab Position 13 zehn Zeichen, das ist die Kontonummer im Padded-Format (linksseitig mit Nullen aufgefüllt). Führende Nullen können je nach Bank in Kontoauszügen weggelassen werden.
Die ursprüngliche, von der Bank vergebene Kontonummer hat zwischen 1 und 10 Stellen. Beim Einbau in die IBAN wird sie auf 10 Stellen mit führenden Nullen aufgefüllt — beim Herauslesen müssen Sie diese Nullen also gegebenenfalls wieder entfernen, um die "kurze" Kontonummer zu erhalten.
| IBAN | BLZ (Stelle 5–12) | Kontonummer (Stelle 13–22) | Bank |
|---|---|---|---|
| DE89 3704 0044 0532 0130 00 | 37040044 | 0532013000 | Commerzbank |
| DE12 5001 0517 0648 4898 90 | 50010517 | 0648489890 | ING |
| DE02 1203 0000 0000 2026 51 | 12030000 | 0000202651 | DKB |
| DE75 5121 0800 1245 1267 95 | 51210800 | 1245126795 | N26 |
Funktioniert das auch bei ausländischen IBANs?
Im Prinzip ja — aber die Aufteilung zwischen Bankcode und Kontonummer ist von Land zu Land unterschiedlich, weil die nationale BBAN-Struktur der jeweiligen Bankgeschichte folgt. In Frankreich gibt es einen 5-stelligen Banque-Code, einen 5-stelligen Guichet-Code, eine 11-stellige Kontonummer und am Ende eine separate nationale Prüfziffer (Clé RIB). In Italien sitzt vor dem Bankcode noch eine einstellige nationale CIN-Prüfziffer.
Die maßgebliche Quelle für die Aufteilung pro Land ist die SWIFT IBAN Registry. Bei seriösen IBAN-Tools — auch unserem — ist die Aufteilung pro Land hinterlegt; bei der manuellen Rückrechnung müssen Sie das Format des jeweiligen Landes nachsehen.
| Land | IBAN-Länge | Bankcode | Kontonummer | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 22 | 8 Stellen (BLZ) | 10 Stellen | Eindeutige Aufteilung |
| Österreich | 20 | 5 Stellen | 11 Stellen | Eindeutige Aufteilung |
| Schweiz | 21 | 5 Stellen (BC) | 12 Stellen | Bank-Clearing-Nummer |
| Frankreich | 27 | 5 + 5 (Banque + Guichet) | 11 Stellen | Plus 2 Stellen Clé RIB am Ende |
| Italien | 27 | 5 (ABI) | 12 Stellen | Plus CIN + 5 CAB |
| Niederlande | 18 | 4 Stellen (alphabetisch) | 10 Stellen | Bankcode = SWIFT-Kurzform |
Warum ist die Rückrechnung wichtig?
Die Rückrechnung wird in zwei Szenarien gebraucht: (1) bei alten Buchhaltungs- oder ERP-Systemen, die noch BLZ und Kontonummer separat als Pflichtfelder verlangen — typisch im Mittelstand für Lastschrifteinzüge oder DTA-Altdaten, (2) zur Plausibilitätsprüfung beim Empfang internationaler Zahlungen, wenn man verifizieren möchte, dass eine angegebene IBAN tatsächlich zur erwarteten Bank gehört.
Wichtig: Die mathematische Aufteilung allein sagt nichts darüber aus, ob das Konto existiert. Eine IBAN kann syntaktisch korrekt sein, formal die richtige BLZ enthalten und trotzdem zu einem nicht existierenden Konto gehören. Für die echte Empfängerprüfung gibt es seit 2024 das Verification-of-Payee-Verfahren (VoP).
Zusammenfassung
- Deutsche IBAN: BLZ an Position 5–12, Kontonummer an Position 13–22 (links mit Nullen aufgefüllt).
- Die BBAN-Aufteilung ist pro Land unterschiedlich — die SWIFT-IBAN-Registry ist die maßgebliche Quelle.
- Mathematische Rückrechnung beweist nicht, dass das Konto existiert — dafür braucht es Verification of Payee (VoP).