IBAN-Glossar
Zuletzt überprüft:
A
AML (Anti-Money Laundering)
Geldwäschebekämpfung — Sammelbegriff für regulatorische und interne Maßnahmen gegen die Einschleusung illegal erworbener Gelder ins Bankensystem.
ATM (Geldautomat)
Automated Teller Machine — Geldautomat zur Bargeldabhebung gegen Bank- oder Kreditkarte, weltweit standardisiert.
B
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht — die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel.
BBAN
Die BBAN (Basic Bank Account Number) ist der nationale Teil einer IBAN — ohne Ländercode und ohne Prüfziffer.
BIC
Der BIC (Business Identifier Code), auch SWIFT-Code, identifiziert Kreditinstitute international nach ISO 9362 — 8 oder 11 Zeichen.
BLZ (Bankleitzahl)
Die Bankleitzahl ist ein 8-stelliger deutscher Bankcode, 1970 eingeführt, heute integraler Bestandteil der deutschen IBAN (Stellen 5–12).
C
camt.054 (Bank-Buchungsbenachrichtigung)
XML-Format nach ISO 20022 für Buchungsbenachrichtigungen der Bank an den Kunden — Echtzeit-Information über Eingänge, Ausgänge und R-Transaktionen.
Chargeback / Rückbuchung
Rückbuchung einer abgeschlossenen Zahlung — bei Karten Chargeback (Visa/Mastercard-Regeln), bei SEPA-Lastschrift Rückgabe via R-Transaktion.
Clearing-Zone (BLZ)
Erste Ziffer der deutschen Bankleitzahl — kennzeichnet die geografische Verrechnungsregion im deutschen Zahlungsverkehr.
Creditor-ID (Gläubiger-ID)
Eindeutiger Identifier des Lastschriftempfängers — in Deutschland 18-stellig, von der Bundesbank vergeben.
D
Dauerauftrag
Wiederkehrende Überweisung mit festem Betrag — der Zahler erteilt seiner Bank einmalig den Auftrag, regelmäßig zu zahlen.
Deutsche Bundesbank
Nationale Zentralbank Deutschlands, Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB), Betreiber des BLZ-Verzeichnisses.
DORA
Digital Operational Resilience Act — EU-Verordnung 2022/2554, seit 17. Januar 2025 verpflichtend für Banken und Zahlungsdienstleister.
DZ Bank
Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank — Zentralinstitut der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken mit Sitz in Frankfurt.
E
E-Geld-Institut
Lizenztyp für Anbieter elektronischen Geldes (Wallets, Prepaid-Karten) — keine Bank, aber BaFin-reguliert nach ZAG.
EBA Clearing
European Banking Association Clearing — paneuropäischer Zahlungs-Clearing-Dienstleister, der STEP2 (SEPA-Standard) und RT1 (SEPA-Echtzeit) betreibt.
EBICS
Electronic Banking Internet Communication Standard — der Standard-Übertragungskanal für ISO-20022-Dateien zwischen Firmenkunden und Bank in DACH.
European Payments Council (EPC)
Branchenorganisation der europäischen Banken — Autor der SEPA-Rulebooks für SCT, SDD und SCT Inst.
F
G
I
IBAN
Die IBAN (International Bank Account Number) ist eine länderübergreifend einheitliche Kontonummer nach ISO 13616 — in Deutschland 22 Zeichen lang.
IBAN-Beispiel
Fiktive Muster-IBAN zur Illustration des Formats — mathematisch gültig, gehört aber keinem realen Konto.
IBAN-Diskriminierung
Weigerung eines Unternehmens, eine IBAN aus einem anderen SEPA-Land zu akzeptieren — verboten nach EU-Verordnung 260/2012 Artikel 9.
IBAN-Finder
Suchwerkzeug, das aus einer IBAN den zugehörigen Banknamen, BIC und Standort ermittelt — Reverse-Lookup statt Berechnung.
IBAN-Generator
Werkzeug, das aus BLZ und Kontonummer eine syntaktisch gültige IBAN erzeugt — funktional identisch mit einem IBAN-Rechner.
IBAN-Länge
Länderspezifische Gesamtlänge einer IBAN — 15 Zeichen (Norwegen) bis 31 Zeichen (Malta), Deutschland 22.
IBAN-Rechner
Online-Werkzeug, das aus Bankleitzahl und Kontonummer die vollständige IBAN nach ISO 13616 berechnet.
IBAN-Validator
Werkzeug, das eine IBAN auf Format, Länge, Zeichensatz und Modulo-97-Prüfziffer prüft — die Online-Variante der Bank-Eingangsprüfung.
ISO 13616
Internationaler Standard, der die Struktur und Registrierung von IBANs weltweit definiert.
ISO 20022
Internationaler Standard für elektronische Finanznachrichten — seit November 2025 Pflicht für alle SEPA- und TARGET2-Transaktionen.
ISO 3166 (Ländercodes)
Internationale Norm für zweistellige Ländercodes — die ersten beiden Zeichen jeder IBAN.
ISO 7064
Norm für Prüfsummen und Prüfzifferverfahren — definiert MOD 97-10, das von der IBAN verwendet wird.
K
Kontoauszug
Dokument der Bank mit allen Buchungen eines Kontozeitraums — Pflichtbestandteil der Buchhaltung für Geschäftskonten.
Kontowechselhilfe (§ 20 ZKG)
Gesetzlich verankerte Hilfestellung der neuen Bank beim Wechsel des Girokontos — pflichtig für alle deutschen Banken.
Kreditinstitut
Rechtlicher Begriff für Banken nach §1 KWG — Unternehmen mit Banklizenz, die Bankgeschäfte gewerbsmäßig betreiben.
KYC (Know Your Customer)
Pflichtidentifikation des Kunden bei Kontoeröffnung — gesetzlich nach Geldwäschegesetz (GwG) §10.
L
M
Mandatsreferenz
Eindeutige Kennung eines SEPA-Lastschriftmandats, vom Zahlungsempfänger vergeben, bis zu 35 Zeichen.
MiCA
Markets in Crypto-Assets Regulation — EU-Verordnung 2023/1114 für Kryptowerte, seit Dezember 2024 vollständig anwendbar.
Modulo 97 (ISO 7064)
Prüfsummenverfahren: eine IBAN ist gültig, wenn der umgeformte Zahlenwert geteilt durch 97 exakt den Rest 1 ergibt.
P
pacs.008 (SWIFT-Interbank-Überweisung)
ISO-20022-XML-Nachricht für grenzüberschreitende Bankenzahlungen — der MX-Nachfolger des klassischen MT103.
pain.001 (SEPA-Überweisung XML)
XML-Format nach ISO 20022 für SEPA-Überweisungsaufträge — die Standard-Datei, die Firmenkunden über EBICS oder FinTS an ihre Bank senden.
pain.008 (SEPA-Lastschrift XML)
XML-Format nach ISO 20022 für SEPA-Lastschrifteinzüge — das Pendant zu pain.001 auf der Lastschrift-Seite.
PEP (Politically Exposed Person)
Politisch exponierte Person — KYC-Risikokategorie für Personen in öffentlichen Ämtern, mit verstärkter Geldwäsche-Prüfung.
Prüfziffer
Die zweistellige Prüfziffer an Position 3–4 der IBAN wird nach Modulo 97 berechnet und dient der Fehlererkennung.
PSD2
Zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive 2): regulatorisches Fundament von Open Banking, starker Kundenauthentifizierung (SCA) und Drittanbieter-Zugang.
PSD3
Payment Services Directive 3 — die kommende EU-Richtlinie als Nachfolgerin von PSD2, voraussichtlich ab 2026.
R
S
SCA (Starke Kundenauthentifizierung)
Zwei-Faktor-Authentifizierung für elektronische Zahlungen, verpflichtend durch PSD2 seit September 2019.
SEPA
SEPA (Single Euro Payments Area) ist der einheitliche Euro-Zahlungsraum mit 36 teilnehmenden Staaten und standardisierten Verfahren für Überweisungen und Lastschriften.
SEPA Instant (SCT Inst)
SEPA-Echtzeitüberweisung: Euro-Transfers unter 10 Sekunden, 24/7/365, mit Betragsgrenze bis 100.000 € pro Transaktion.
SEPA-Lastschrift (SDD)
SDD (SEPA Direct Debit) ist das einheitliche Lastschriftverfahren: der Zahlungsempfänger zieht auf Basis eines Mandats Beträge vom Konto des Zahlers ein.
SEPA-Lastschrift-Mandat
Schriftliche Einwilligung des Zahlers, dem Zahlungsempfänger Lastschriften zu erlauben — die rechtliche Grundlage jeder SEPA-Lastschrift.
SEPA-Recall
Verfahren zum Rückruf einer bereits ausgeführten SEPA-Überweisung — funktioniert nur mit Zustimmung des Empfängers.
SEPA-Überweisung (SCT)
SCT (SEPA Credit Transfer) ist die klassische Euro-Überweisung: IBAN-basiert, D+1-Gutschrift, seit 2008 etabliert.
SWIFT
Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication: Netzwerk zur Übermittlung von Finanznachrichten zwischen Banken, Betreiber der BIC-Registry.
SWIFT GPI
SWIFT Global Payments Innovation — modernes Tracking- und Beschleunigungssystem für internationale SWIFT-Zahlungen seit 2017.
T
TARGET / T2
Euro-Zahlungssystem des Eurosystems für Großbetragszahlungen in Echtzeit zwischen Zentralbanken und Geschäftsbanken.
TIPS
TARGET Instant Payment Settlement — paneuropäische Echtzeit-Abwicklungsplattform der EZB für SCT Inst.
TPP (Third Party Provider)
PSD2-Drittanbieter: Kontoinformationsdienste (AISP) und Zahlungsauslösungsdienste (PISP), die mit Bankkonten arbeiten.