pain.001 (SEPA-Überweisung XML)

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XML-Format nach ISO 20022 für SEPA-Überweisungs­aufträge — die Standard-Datei, die Firmen­kunden über EBICS oder FinTS an ihre Bank senden.

pain.001 (Payment Initiation, Customer Credit Transfer Initiation) ist die XML-Nachricht nach ISO 20022, mit der ein Zahler einer Bank einen oder mehrere SEPA-Überweisungen erteilt. Eine pain.001-Datei kann mehrere tausend Einzel­zahlungen in einer Stapel­datei enthalten und wird typischerweise von ERPs wie SAP, DATEV oder Lexware generiert. Die aktuelle Version im SEPA-Raum ist pain.001.001.09 (seit November 2023 verpflichtend). Übermittelt wird die Datei über EBICS (für Geschäfts­kunden) oder FinTS/HBCI (für Privat- und Klein­unternehmen).

Was ist eine pain.001-Nachricht?

Eine pain.001-Nachricht ist die standardisierte XML-Datei, mit der ein Kunde seiner Bank einen oder mehrere SEPA-Überweisungsaufträge erteilt. Der Name steht für „Payment Initiation" — die Kategorie „pain" umfasst im ISO-20022-Standard alle Nachrichten, mit denen ein Zahler eine Zahlung initiiert. Die vollständige Bezeichnung lautet „Customer Credit Transfer Initiation", also Kunde-an-Bank-Überweisungsauftrag. Der Kunde erstellt die Datei in seiner Finanzsoftware und übermittelt sie an die Bank, die daraus die eigentlichen Überweisungen im Interbankenverkehr erzeugt. Eine einzige pain.001-Datei kann von einer einzelnen Überweisung bis zu mehreren tausend Zahlungen in einem Stapel enthalten, was sie zum Standardformat für Lohn-, Lieferanten- und Sammelzahlungen macht. Erzeugt wird sie typischerweise automatisch von ERP- und Buchhaltungssystemen wie SAP, DATEV oder Lexware. Als reines XML-Format ist pain.001 maschinenlesbar und über alle SEPA-Banken hinweg einheitlich verarbeitbar.

Welche Versionen von pain.001 gibt es?

Von pain.001 existieren mehrere Versionen, erkennbar an der Endung der Bezeichnung. Lange Zeit war im SEPA-Raum die Version pain.001.001.03 der Standard; sie wurde ab 2008 mit den ersten SEPA-Überweisungen eingeführt. Mit der Migration des gesamten europäischen Zahlungsverkehrs auf die neuere ISO-20022-Ausgabe wurde sie durch pain.001.001.09 abgelöst, die im SEPA-Raum seit November 2023 verpflichtend ist. Die neuere Version bringt strukturell erweiterte und strenger definierte Felder mit, etwa für strukturierte Adressdaten und zusätzliche Referenzangaben. Die letzten drei Ziffern der Bezeichnung geben immer die konkrete Nachrichtenversion an, die ersten „001.001" den Nachrichtentyp innerhalb der pain-Familie. Unternehmen mussten ihre Software rechtzeitig auf die .09-Variante umstellen, da Banken ältere Versionen nach Ablauf der Übergangsfrist nicht mehr annehmen. Welche genaue Version eine Bank akzeptiert, legt sie in ihren technischen Anlagen und Implementierungsrichtlinien fest.

Wie ist eine pain.001-Datei aufgebaut?

Eine pain.001-Datei ist hierarchisch in drei Ebenen gegliedert. Die oberste Ebene ist der Group Header (GrpHdr): Er enthält einmalig pro Datei allgemeine Angaben wie eine eindeutige Nachrichten-ID, den Erstellungszeitpunkt, die Gesamtzahl der Zahlungen und die Kontrollsumme aller Beträge. Darunter folgen eine oder mehrere Payment-Information-Blöcke (PmtInf). Jeder PmtInf-Block bündelt Zahlungen mit gemeinsamen Merkmalen, etwa demselben Ausführungsdatum und demselben Auftraggeberkonto mit IBAN und BIC des Zahlers. Innerhalb jedes PmtInf-Blocks stehen schließlich die einzelnen Überweisungen als Credit-Transfer-Transaction-Information (CdtTrfTxInf). Jeder dieser Blöcke beschreibt genau eine Zahlung mit Empfängername, Empfänger-IBAN, Betrag und Verwendungszweck. Diese Dreiteilung — Datei-Kopf, Zahlungsgruppe, Einzelzahlung — erlaubt es, viele Zahlungen effizient in einer Datei zu bündeln und dennoch pro Position alle nötigen Details maschinenlesbar abzubilden. Die Bank prüft beim Einlesen, ob Kontrollsummen und Anzahl mit den Einzelposten übereinstimmen.

Wie unterscheidet sich pain.001 von pain.008 und camt.054?

pain.001, pain.008 und camt.054 gehören zur ISO-20022-Familie, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben im Zahlungsprozess. pain.001 ist die Überweisungsnachricht: Mit ihr beauftragt der Zahler seine Bank, Geld zu senden. pain.008 ist das Gegenstück auf der Lastschriftseite — die „Customer Direct Debit Initiation", mit der ein Zahlungsempfänger SEPA-Lastschriften einreicht, um Geld einzuziehen. Beide sind pain-Nachrichten (Payment Initiation), unterscheiden sich aber in der Richtung des Geldflusses. camt.054 dagegen ist keine Auftrags-, sondern eine Informationsnachricht aus der cash-management-Kategorie: Mit ihr meldet die Bank dem Kunden einzelne Buchungen, etwa Gutschriften, Belastungen oder zurückgegebene Lastschriften (R-Transaktionen). Vereinfacht gilt: pain.001 sendet Geld, pain.008 zieht Geld ein, camt.054 berichtet über gebuchte Beträge. Die drei Formate bilden zusammen den Kreislauf aus Beauftragung und Rückmeldung im automatisierten Firmen-Zahlungsverkehr ab.

Quellen

Verwandte Begriffe

In diesen Ratgebern erwähnt

Häufig gestellte Fragen

Wie sende ich eine pain.001-Datei an die Bank?
Firmenkunden übermitteln pain.001-Dateien meist über EBICS, den europäischen Standard für die elektronische Banking-Kommunikation zwischen Unternehmen und Banken. Privat- und Kleinunternehmen nutzen häufig FinTS/HBCI aus ihrer Banking-Software. In beiden Fällen wird die XML-Datei signiert und verschlüsselt an die Bank übertragen, die daraus die Überweisungen erzeugt.
Wofür steht die Abkürzung pain?
„pain" steht für Payment Initiation, also die Initiierung einer Zahlung durch den Kunden. Es ist eine der Nachrichtenkategorien im ISO-20022-Standard. Zu ihr gehören unter anderem pain.001 für Überweisungen und pain.008 für Lastschriften. Der Name ist ein technischer Bezeichner und hat keine inhaltliche Bedeutung im Sinne von „Schmerz".
Kann eine pain.001-Datei mehrere Überweisungen enthalten?
Ja. Eine pain.001-Datei kann von einer einzelnen bis zu mehreren tausend Überweisungen in einem Stapel enthalten. Die Zahlungen werden in Payment-Information-Blöcken gebündelt, etwa nach Ausführungsdatum und Auftraggeberkonto. Das macht das Format ideal für Sammelaufträge wie Gehaltsläufe oder die Bezahlung vieler Lieferantenrechnungen auf einmal.
Welche pain.001-Version muss ich verwenden?
Im SEPA-Raum ist seit November 2023 die Version pain.001.001.09 verpflichtend; die frühere pain.001.001.03 wird von Banken nicht mehr angenommen. Welche Version genau erwartet wird, legt jede Bank in ihren technischen Implementierungsrichtlinien fest. Aktuelle Buchhaltungs- und ERP-Software erzeugt die geforderte Version in der Regel automatisch.

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