DSGVO-konform

pain.001 erstellen: SEPA-XML-Datei für Banküberweisungen

6 Min. Lesezeit

Aufbau einer pain.001-Datei

Die XML-Datei beginnt mit dem Document-Tag, gefolgt von einem CstmrCdtTrfInitn-Block. Dieser teilt sich in zwei Sektionen: GrpHdr (Group Header — Datei-Metadaten wie Erstellungs­datum, Anzahl Trans­aktionen, Summe) und ein oder mehrere PmtInf-Blöcke (Payment Information — gemeinsame Daten einer Zahlungs­gruppe wie Ausführungs­datum, Auftraggeber-Konto). In jedem PmtInf sind n CdtTrfTxInf-Blöcke (Credit Transfer Transaction Information — die einzelnen Empfänger).

Pflicht­felder pro Empfänger: PmtId/EndToEndId (eindeutige Transaktions-ID, max. 35 Zeichen), Amt/InstdAmt (Betrag in Euro), Cdtr/Nm (Empfängername), CdtrAcct/Id/IBAN (Empfänger-IBAN), RmtInf/Ustrd (Verwendungs­zweck, max. 140 Zeichen). Optional, aber bei B2B üblich: CdtrAgt/FinInstnId/BIC (Empfänger-BIC), Purp (Zweck-Code z. B. SALA für Lohn).

Minimal-Beispiel pain.001.001.09

Das folgende XML zeigt eine einzelne Überweisung. In der Praxis erweitern Sie den CdtTrfTxInf-Block n-fach für mehrere Empfänger:

```xml <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <Document xmlns="urn:iso:std:iso:20022:tech:xsd:pain.001.001.09"> <CstmrCdtTrfInitn> <GrpHdr> <MsgId>BATCH-2026-04-28-0001</MsgId> <CreDtTm>2026-04-28T10:00:00</CreDtTm> <NbOfTxs>1</NbOfTxs> <CtrlSum>123.45</CtrlSum> <InitgPty><Nm>Mein Unternehmen GmbH</Nm></InitgPty> </GrpHdr> <PmtInf> <PmtInfId>PAY-001</PmtInfId> <PmtMtd>TRF</PmtMtd> <NbOfTxs>1</NbOfTxs> <CtrlSum>123.45</CtrlSum> <PmtTpInf><SvcLvl><Cd>SEPA</Cd></SvcLvl></PmtTpInf> <ReqdExctnDt><Dt>2026-04-29</Dt></ReqdExctnDt> <Dbtr><Nm>Mein Unternehmen GmbH</Nm></Dbtr> <DbtrAcct><Id><IBAN>DE89370400440532013000</IBAN></Id></DbtrAcct> <DbtrAgt><FinInstnId><BICFI>COBADEFFXXX</BICFI></FinInstnId></DbtrAgt> <ChrgBr>SLEV</ChrgBr> <CdtTrfTxInf> <PmtId><EndToEndId>RE-2026-04-28-001</EndToEndId></PmtId> <Amt><InstdAmt Ccy="EUR">123.45</InstdAmt></Amt> <Cdtr><Nm>Lieferant GmbH</Nm></Cdtr> <CdtrAcct><Id><IBAN>DE12500105170648489890</IBAN></Id></CdtrAcct> <RmtInf><Ustrd>Rechnung 2026-001</Ustrd></RmtInf> </CdtTrfTxInf> </PmtInf> </CstmrCdtTrfInitn> </Document> ```

Häufige Fehler beim Erstellen

Banken weisen pain.001-Dateien mit präzisen Fehler­meldungen ab; die häufigsten Ursachen:

  • CtrlSum stimmt nicht mit der Summe aller InstdAmt überein (Summen­fehler) — auf 2 Dezimal­stellen genau.
  • NbOfTxs zählt nicht alle CdtTrfTxInf-Blöcke korrekt.
  • EndToEndId nicht eindeutig innerhalb der Datei (Duplikate).
  • IBAN ohne Leerzeichen, aber mit Punkt-Tausender­trennzeichen im Betrag (richtig: Punkt als Dezimal­trennzeichen).
  • Sonderzeichen im Empfänger­namen oder Verwendungs­zweck (Umlaute sind erlaubt, aber bestimmte Zeichen wie & < > müssen XML-escaped werden: &amp; &lt; &gt;).
  • CreDtTm ohne Zeitzone-Suffix (manche Banken verlangen "Z" für UTC oder "+02:00").
RegionAktuelle Pflicht-VersionStichtag
SEPA (EPC)pain.001.001.09November 2023
SWIFT (cross-border)pain.001.001.11 (XML)November 2025 (CBPR+)
Schweiz (SIX)pain.001.001.09November 2022
Liechtensteinpain.001.001.09November 2023
Pflicht-Versionen pain.001 nach Region

Einreichung über EBICS oder FinTS

Sobald die pain.001-Datei steht, übermitteln Sie sie an Ihre Bank. Standard-Wege: EBICS (Geschäfts­kunden, mit Hardware-Token oder spezieller App), FinTS/HBCI (kleinere Geschäfte und Privat), oder das Web-Interface der Bank (manuelles Hochladen).

Nach erfolg­reicher Übernahme erhalten Sie eine Eingangs­bestätigung (im Bestcase als pain.002.001.10 — payment status report). Dieser teilt mit, ob die gesamte Datei akzeptiert wurde, oder welche einzelnen Trans­aktionen aus welchem Grund abgewiesen wurden.

Zusammenfassung

  • pain.001.001.09 ist die SEPA-Pflichtversion seit November 2023 für Sammel­überweisungen.
  • Pflicht­felder pro Empfänger: EndToEndId, InstdAmt, Cdtr/Nm, IBAN, RmtInf/Ustrd.
  • Übermittlung typisch via EBICS (Geschäft) oder FinTS (Privat); Datei-Größe meist 5–50 MB pro Stapel.

Häufig gestellte Fragen

Welche pain.001-Version ist 2026 verbindlich?
Im SEPA-Raum: pain.001.001.09 (seit November 2023). Frühere Versionen (z. B. pain.001.001.03 oder .08) werden seit 2024 von den meisten Banken abgewiesen.
Wie viele Empfänger kann eine pain.001-Datei enthalten?
Theoretisch unbegrenzt. Praktisch begrenzen Banken die Datei­größe auf 5–50 MB (typisch ~10.000 bis 100.000 Empfänger). Größere Stapel werden in mehreren Dateien eingereicht.
Muss die Datei signiert sein?
Beim direkten Hochladen über das Online-Banking nicht — die Bank-Anmeldung autorisiert. Bei EBICS-Übertragung ist eine elektronische Signatur (A005, T-Profil oder VEU) verpflichtend, mit Hardware-Token oder App-basierter TAN-Generierung.
Kann ich pain.001-Dateien manuell prüfen?
Ja — über XML-Validatoren mit dem offiziellen pain.001.001.09 XSD-Schema. Frei verfügbar von der EPC-Website. Als Editor empfiehlt sich VS Code mit XML-Plugin oder Notepad++ mit XML Tools.

Quellen

Im Glossar

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