pain.001 vs pain.008: Welches XML brauchen Sie wann?

Von Ramon Curto4 Min. Lesezeit

Direkter Vergleich

pain.001 (Customer Credit Transfer Initiation) und pain.008 (Customer Direct Debit Initiation) sind die beiden zentralen ISO-20022-XML-Nachrichten im SEPA-Privat- und Geschäfts­kunden­geschäft. Beide werden vom Bank­kunden an die Bank gesendet — aber mit gegensätzlichem Geldfluss:

Aspektpain.001 (SCT)pain.008 (SDD)
GeldflussSender → EmpfängerEmpfänger → Sender (Einzug)
Wer initiiert?ZahlerZahlungs­empfänger
Mandat erforderlich?NeinJa (SEPA-Mandat)
VersionBank- und Scheme-Dokumentation prüfenBank- und Scheme-Dokumentation prüfen
Erforderliche EmpfängerdatenNach Format- und BankvorgabeNach Format, Mandat und Bankvorgabe
WiderrufRecall nach aktuellem Verfahren und EinzelfallBei autorisierten Core-Einzügen acht Wochen Erstattungsrecht; bei autorisierten B2B-Einzügen grundsätzlich kein Erstattungsrecht im Verfahren
Verfahren-VariantenSCT (Standard), SCT InstSDD Core (alle Zahler), SDD B2B (Nichtverbraucher)
Typischer Anwendungs­fallLieferanten­zahlung, Lohn, MieteStrom, Telefon, Versicherung, Mitglieds­beitrag
pain.001 vs pain.008 — Hauptunterschiede

Wann pain.001 senden?

Sie senden pain.001, wenn SIE jemandem Geld überweisen möchten — egal ob einmalig, regelmäßig oder als Sammel­auftrag mit hunderten Empfängern. Klassischer Anwendungs­fall: Lohn- und Gehalts­abrechnung, Lieferanten­zahlungen, Mietzahlungen vom Vermieter-Konto.

Erstellen lässt sich pain.001 manuell mit XML-Editor und EPC-Schema, über eine kompatible ERP-Anbindung oder unseren kostenlosen SEPA-XML-Generator.

Wann pain.008 senden?

Sie senden pain.008, wenn SIE Geld von einem anderen Konto einziehen möchten — als Zahlungs­empfänger mit gültigem SEPA-Mandat. Anwendungs­fall: Stromversorger, Telefon­anbieter, Versicherungs­konzerne, Vereine mit Mitglieds­beiträgen, Online-Shops mit Lastschrift­zahlung.

Pflicht: pro Datensatz Mandats­referenz (UMR), Mandats-Datum, Mandats-Art (FRST = erste Lastschrift, RCUR = Folge­lastschrift, OOFF = einmalige Lastschrift, FNAL = letzte Lastschrift). Diese Felder sind in pain.001 nicht erforderlich.

Zusammenfassung

  • pain.001 = SEPA-Über­weisung (Sie zahlen). pain.008 = SEPA-Last­schrift (Sie ziehen ein).
  • pain.008 verlangt zusätzlich Mandats­referenz, Mandats-Datum und Mandats-Art (FRST/RCUR/OOFF/FNAL).
  • Versionen, Pflichtfelder und Annahmebedingungen für pain.001 und pain.008 richten sich nach Bank, Scheme und Kanal.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich pain.001 und pain.008 in derselben Datei senden?
Nein. Beide sind separate ISO-20022-Nachrichten mit eigenem XML-Schema. Sender­banken erwarten getrennte Dateien.
Was passiert ohne gültiges Mandat in pain.008?
Die Lastschrift kann als R-Transaktion mit Code MD01 (No Mandate) zurückgegeben werden. Bei SDD B2B prüft die Zahlerbank Einzüge anhand der bestätigten Mandatsdaten; bei SDD Core verwahrt grundsätzlich der Zahlungsempfänger das Mandat. Rückgaben und Prüfungen richten sich nach Scheme und Bankbedingungen.
Welche Mandats-Art (FRST/RCUR) wann?
FRST: erste Lastschrift unter einem Mandat. RCUR: alle weiteren Folge­lastschriften. OOFF: einmaliges Mandat ohne Folge. FNAL: letzte Lastschrift, danach Mandat-Beendung.
Brauche ich für pain.008 eine Gläubiger-ID?
Ja, für einen Einzug nach dem jeweiligen Scheme ist eine Gläubiger-ID erforderlich. In Deutschland vergibt sie die Bundesbank auf Antrag; Format und Antragsbedingungen prüfen Sie bei der Bundesbank.

Quellen

Im Glossar

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