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IBAN oder Kontonummer? Unterschied einfach erklärt

4 Min. Lesezeit

Die zwei Begriffe und ihre Beziehung

Die "Kontonummer" im klassischen deutschen Sprachgebrauch meint die maximal 10-stellige Zahl, die eine Bank ihrem Kunden als Konto-Identifikator vergibt. Sie war bis 2014 zusammen mit der 8-stelligen Bankleitzahl (BLZ) das vollständige Bankver­bindungs­paar.

Die IBAN (International Bank Account Number) ist die seit 2014 verpflichtende internationale Form derselben Information: Sie enthält Ländercode (DE), zweistellige Prüfziffer, BLZ und die Kontonummer (auf 10 Stellen mit führenden Nullen aufgefüllt) — insgesamt 22 Zeichen. Die IBAN ersetzt also nicht die Kontonummer, sondern erweitert und standardisiert sie.

EigenschaftKontonummer (klassisch)IBAN
Länge1–10 ZiffernGenau 22 Zeichen (DE)
Internationale GültigkeitNein — nur in DeutschlandJa — über 80 Länder
PrüfzifferBank-intern, nicht standardisiertStandard Modulo 97 (ISO 7064)
Tippfehler-ErkennungSchwachErkennt > 99,99 % aller Tippfehler
Pflicht für ÜberweisungenBis 31. 1. 2014Seit 1. 2. 2014
Auf Bankkarte sichtbarAuf älteren Karten jaAuf allen aktuellen Karten
IBAN und Kontonummer im Vergleich

Wann die "kurze" Kontonummer noch eine Rolle spielt

In wenigen Spezialfällen wird die Kontonummer ohne BLZ noch separat angegeben: in alten ERP- und DTA-Systemen, bei manueller Buchhaltung, in sehr alten Lastschrift­mandaten (vor 2014). Für reguläre Überweisungen und Lastschriften — privat wie gewerblich — reicht heute ausschließlich die IBAN. Banken akzeptieren Konto­auflösungen, Lohn­einzüge, Kreditraten und Mietzahlungen nur mit IBAN.

Wenn Sie Ihre 10-stellige Kontonummer aus einer IBAN extrahieren müssen (zum Beispiel für ein Altsystem), entnehmen Sie ihr die Stellen 13–22 und entfernen die führenden Nullen.

Warum der Wechsel auf die IBAN sinnvoll war

Bis 2014 hatten 28 EU-Länder unterschiedliche nationale Kontonummern­formate. Ein deutsches und ein französisches Konto sahen völlig anders aus, was grenz­überschreitende Überweisungen teuer und fehleranfällig machte. Die IBAN harmonisiert das Format: Eine einzige Zeichenkette identifiziert ein Konto in der gesamten EU eindeutig — und der eingebaute Modulo-97-Prüfmechanismus erkennt fast alle Tippfehler.

Zusammenfassung

  • Die IBAN enthält die alte 10-stellige Kontonummer plus Ländercode, Prüfziffer und BLZ.
  • Für reguläre Überweisungen und Lastschriften reicht seit 2014 ausschließlich die IBAN.
  • Die "kurze" Kontonummer hat nur noch in Altsystemen Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

Sind IBAN und Kontonummer dasselbe?
Nein, aber die deutsche IBAN enthält die alte 10-stellige Kontonummer (Stellen 13–22). Die IBAN ist die international standardisierte Form, die zusätzlich Ländercode, Prüfziffer und BLZ enthält.
Wo finde ich meine Kontonummer in der IBAN?
In einer deutschen IBAN stehen die letzten 10 Stellen für die Kontonummer (Position 13–22). Die führenden Nullen können Sie weglassen, um die "kurze" Kontonummer zu erhalten. Beispiel: DE89 3704 0044 0532 0130 00 → Kontonummer 532013000.
Brauche ich für Überweisungen die Kontonummer separat?
Nein. Seit 2014 reicht ausschließlich die IBAN. Auch bei Lastschriften, Daueraufträgen und Lohn­zahlungen wird heute nur noch die IBAN abgefragt.
Warum hat meine alte Kontonummer weniger als 10 Stellen?
Banken haben Kontonummern historisch in unterschiedlichen Längen vergeben — 6, 7, 8 Ziffern waren typisch. Beim Einbau in die IBAN wird die Nummer auf 10 Stellen mit führenden Nullen aufgefüllt.

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